Geschichte

Baalsdorf ein Ortsteil von Leipzig

Aus der Geschichte von Baalsdorf

Baalsdorf hieß früher Poldwinsdorf oder Boldwinsdorf, auch Balduinsdorf, benannt nach einem gewissen Balduin, der nach Unterjochung der Sorben sich zuerst hier niedergelassen und den Grund zum Dorfe gelegt haben soll. Es dürfte heute schwer fallen, genaue Nachrichten über die Gründung des Dorfes zu erhalten, da das Pfarrarchiv während der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 vernichtet worden ist und man nur noch die Kirchenbücher zerrissen hat zusammenlesen können. Es kann aber angenommen werden, dass der Ort bereits im 11. Jahrhundert, wenn nicht noch früher, bestanden hat. Denn bereits vor dem Jahre 1213 gehörte der Ort der Nikolaikirche zu Leipzig, im genannten Jahr aber schenkte der Markgraf Dietrich das Dorf an das neu gestiftete Thomaskloster. Um diese Zeit hatte der Ort 23 Höfe. Im Jahre 1543 kam Baalsdorf an den Rat zu Leipzig, der das Dorf aber im 30-jährigen Krieg Wegen Schulden abtreten musste. Der Rat zu Leipzig soll sich im Jahre 1622 vom Rittergut Pomßen 500 Scheffel Korn geborgt haben, die er nicht bezahlen konnte. Dafür trat er die beiden Dörfer Baalsdorf und Hirschfeld im Jahre 1641 an den Reichs-Pfennigmeister Hans von Ponickau auf Pomßen ab. Da die Familie von Ponickau gleichzeitig auch Belgershain besaß, so sind Baalsdorf und Hirschfeld an das Haus Belgershain wahrscheinlich schon im Jahre 1641 gekommen.

Die Ponickauer Familie auf Belgershain hat Baalsdorf und Hirschfeld bis 1785 besessen. Der letzte von Ponickau starb am 24. Oktober 1780 und wurde in der Belgershainer Kirche beigesetzt. Hierauf kam Belgershain mit Baalsdorf und Hirschfeld an den Churfürstlich Sächsischen Reisemarschall Grafen von Rex, der aber bald starb. Im Jahre 1792 kaufte dann Belgershain mit allen dazu gehörigen Gütern (Köhra, Lindhardt, Threna, Rohrbach, Baalsdorf und Hirschfeld) der Königlich Sächsische Geheimrat Friedrich Emilius von Uechtritz. Als dieser 1818 starb, erbte den ganzen Besitz sein Neffe Emil von Uechtritz. Dieser war zuletzt Gesandter in Wien und beabsichtigte, sich im Österreichischen anzukaufen. Aus diesem Grunde verkaufte er seine sämtlichen genannten Güter an Herrn Friedrich von Zehmen auf Markersdorf, einem guten Ökonomen, der in allen ihm gehörigen Dörfern die Fronen ablöste.

Um diese Zeit bestand Baalsdorf aus 26 Grundstücken, Kirche, Pfarre und Schule eingerechnet. Die Flur umfasste 695 Acker und 127 Quadratruten, hiervon gehörten 50 Acker und 5 Quadratruten der Pfarre, 3 Acker und 247 Quadratruten der Schule.

Baalsdorf gehört zu den freundlichen und gut gebauten Dörfern. In der Mitte der Dorffläche stand zu allen Zeiten die Kirche, die Schule und das Gemeindehaus, das zugleich die Schenke war, der jetzige Gasthof. Dieser hat mehrere Male den Besitzer gewechselt. Im Jahre 1903 brach ihn Leopold Fritsche zum Teil ab, vergrößerte Gastzimmer und Wirtschaftsräume und erbaute einen neuen Festsaal.

Engelsdorf bleibt
Die Geschichte einer mitteldeutschen Gemeinde

Engelsdorf bleibt  ist ein Buch über eine Gemeinde die es nicht mehr gibt, denn das mitteldeutsche Engelsdorf, von dem hier die Rede ist, wurde eingemeindet. Wie der Ort enstand, wie er sich vom Dorf zur Industriestadt mit fast 10.00 Menschen entwickelte, wie sich seine Einwohner in allen Zeitepochen verhielten, wie sie Diktatoren, Kriege und anderes Unheil überstanden, wie sie sich untereinander verhielten, wie gearbeitet und gefeiert wurde, davon ist in diesem Buch die Rede. Es wird keine Rücksicht genommen auf Epochen, über die man nicht mehr gerne spricht, nicht auf Namen und Persönlichkeiten. Viele Erinnerungen wurden von den Menschen dieser ehemaligen Gemeinde selbst aufgeschrieben, anderes wurde durch alte Dokumente überliefert.

Das Engelsdorfer Almanach, ab September 2002 im Handel

VHEVG - Engelsdorfer Verlagsgesellschaft
Werkstättenstr. 31 (K), 04319 Leipzig-Engelsdorf, Telefon: 0341-6510535


Newsletter
Abonnieren Sie unseren
kostenlosen Newsletter:

[Home] [Aktuelles] [Der Ort] [Geschichte] [Gewerbe] [Freizeit] [Vereine] [Service] [Werbung] [Links] [Impressum]